Handvermitteltes OB-System

Inventarsnummer: T99 1/6/1
Herstellungort: Raum 1

Die erste Generation von Fernsprechämtern arbeitete in einem handvermittelten OB-System, in welchem die Verbindungen von Operatoren, damals sog. Abfragern, hergestellt wurden und für jeden einzelnen Teilnehmerapparat war eine eigene Stromquelle - eine sog. Ortsbatterie - erforderlich. Das System wurde in Ungarn nach den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnung der Ortsbatterie (LB = Local Battery) unter dem Namen LB-System bekannt (deutsch: OB-System). Die für die Stromversorgung des Mikrofons verantwortlichen <<908>>Leclanché-Elemente<> und die späteren Trockenbatterien wurden im Kasten des Fernsprechapparates oder in einem separaten Batteriekasten untergebracht. Das OB-System wies mehrere Nachteile auf: die Ortsbatterien erforderten eine ständige Wartung, bei einem Anruf (und auch am Ende des Gesprächs) musste der Teilnehmer den Induktorhebel drehen, vom Ende des Gesprächs konnte sich das Bedienungspersonal nur überzeugen, wenn es in die Leitung hineinhörte, usw. Am Anfang funktionierten die Kreuzschaltfelder (Fernmeldeämter) in einem Einleitungs-Netzsystem. Das Verstehen des Gesprächs wurde von den systembedingten starken Übersprecherscheinungen und verschiedenen elektrischen Störungen erschwert. Die Netzentwicklungen führten dann zur Verwendung von Vermittlungsstellen im Doppelleitungssystem. Auf dem Bild ist das Fernsprechamt in der Straße Baross utca zu sehen. Genormte Vermittlungsstellen waren die Leitstellen OB 10, OB 25 und OB 100, wobei die Zahlen die Leitungskapazität darstellen. In Ortsnetzen mit über einhundert Teilnehmern wurden mehrere Schaltschränke nebeneinander gestellt und diese wurden multipliziert. Die erste Vermittlungsstelle im Doppelleitungssystem wurde im Jahre 1896 in Temeschburg (damals ung. Temesvár, heute rum. Timiºoara) für 660 Teilnehmer gebaut, dann folgte 1897 die Vermittlungsstelle in Budapest in der Straße Szerecsen utca mit einer 3000-er Kapazität. Ab 1928 wurden dann die sog. vertikalen OB-Vermittlungsstellen verwendet. In kleineren Ortschaften und Dörfern waren bis 1996 noch OB-Vermittlungsstellen in Betrieb.

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